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Träume und was sie aus dir machen können.

"Man sucht nicht nach Träumen, eines Tages wachst du auf, und sie sind da."

Ich möchte ein weiteres Mal über Träume reden. Nicht die Träume, die einen Nachts schreiend aus dem Bett reißen. Über Wunschträume.

Nehmt euch mal selbst eine Minute, um euch zu überlegen, was eure Träume sind. Habt ihr einen Traumberuf, träumt ihr von Anerkennung? Ruhm?

Brennt euer Traum wie ein Sonnenuntergang an einem Sommerabend oder ist er eher wie die Morgendämmerung, blass da, angenehm weich und Hoffnug auf eine schöne Zeit spendend?

Wenn euch etwas eingefallen ist, schreibt es gerne hier drunter.

 Und wenn nicht, nehmt euch trotzdem ein paar sekunden, bevor ihr weiterlest.



Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, was meine Träume sind. Oder eher was sie waren.

In der Schule hatte ich eigentlich immer nur einen Traum, und ich konnte nicht mal erkennen, warum ich diesen hatte.

Andere Kinder träumen davon, Astronaut zu werden, oder Pilot. Oder auch Soldat. Feuerwehrmann. Model. Profisportler.

Für mich, das Kind mit kaputter Familie, ohne Freunde und ohne Anerkennung, ich hatte nur einen Traum. Ein Umfeld zu haben, was sich nach Familie anfühlt. Freunde, Liebe. Halt.

Ich habe mich an diesen Traum angepasst. Immer wenn ich ein Mädchen über eine Eigenschaft von irgendeinem Jungen schwärmen hören hab, hab ich versucht, selbst so zu werden. Ich konnte zuhören. Ich bin manchmal Nachts um 3 noch aufs Fahrad gestiegen, weil ich zu irgendwem fahren und die Person trösten wollte. Ich habe damals versucht, der perfekte Freund zu werden. Nur war da niemand, niemand, der meine Liebe wollte.
Ich war vieles, aber am wenigsten ich selbst.
Aber ich habe sogut an diesem Traum festgehalten. Eine Bezihung, die mir Halt gibt.
Auf welche Wege mich das auch geführt hat, ich habe daran festgehalten.

Und jetzt? Jetzt könnte man meinen Traum als erfüllt bezeichnen. Ich bin seit über Tausend Tagen mit einem Menschen zusammen, den ich wirklich liebe. Die Beziehung gibt mir halt im Leben.

Manchmal fehlt es mir. Das egfühl von Schmetterlingen im Bauch, wenn man gerade jemanden nettes und tolles kennen gelernt hat.

Versteht mich nicht falsch. Ich würde das niemals eintauschen, für das, was ich jetzt habe. Aber irgendwie fehlt es mir trotzdem.

Es ist nicht so, dass ich keine Träume mehr habe. Ich träume davon, ein schönes Haus, eine Kleine Familie zu haben, auch Kinder, selbst wenn ich Angst davor habe. Träume davon, mir jeden Winter einen Snowboardurlaub leisten zu können- Oder anders. Ich träume davon, auf dem Lebensweg zu bleiben, auf dem ich gerade bin. Und jeder größere Schritt in diese Richtung macht mich verdammt glücklich. Aber einfach nur einem Weg zu folgen fühlt sich manchmal einfach langsam und ereignislos an.

Lange Rede, Kurzer Sinn: Wenn ihr vorhin an nichts denken konntet, als ich euch nach euren Träumen gefragt hab, dann nehmt euch Zeit. Es muss nicht viel sein. Die letzten Minuten vorm Schlafen gehen. Bei einem Spaziergang durch den Wald. Beim Sport. Halt immer mal wieder. Und hört in euch rein. Denn wenn ihr erkennt, wo eure Träume euch hinziehen, braucht ihr nicht mehr Sternschnuppen zählen und euch mit jeder ein besseres Leben wünschen. Dann wird euer Traum selbst zu einer Sternschnuppe werden, die euch an Orte bringen kann, schöner als ihr Träumen könnt.

6.4.18 23:36, kommentieren

Sehnsucht

Ich weiß nicht mal, warum ich gerade schreibe. Ich fange damit an, weil ich irgendetwas suche, was mir einen Grund gibt, am PC und meiner Musik zu bleiben, ohne dabei groß denken zu müssen.
Also schreibe ich. Und füge nachher einen Titel hinzu, der passt.

Ich habe letztens einen schönen Gedanken gehabt.

You only live, when you love being alive, or when you wanna die.

Was ich damit meinte, ich war sehr lang in einer Phase, wo ich vor mich hingelebt habe, von Tag zu Tag, mal wartend auf das nächste schöne Ereignis, das nächste mal Chor, das nächste Basketball spiel, das nächste Date in ner Woche. Und wenn es nichts gibt, wartend auf den nächsten Tag. Die Zeit dazwischen war einfach da. Aber sie war leer. Ich habe einfach vor mich hingelebt, ohne Antrieb. Warum sollte ich mich auch antreiben, ganz ohne Ziel?

Ich bin nie mit einem Lächeln aufgewacht, nie mit dem Gedanken, das wird ein schöner Tag. Nur mit dem Gedanken daran, dass ich abends wieder ins Bett fallen kann, nur um den nächsten Tag genau so zu erleben.

Man kann das Gefühl am besten mit leer beschreiben. Ich habe das damals nie wahrgenommen. Wie auch, ich kannte es nicht mehr anders.

Früher, vor Miriam, war ich ein verdammt glücklicher Junge. So unglaublich energiegeladen und voller Motivation und Lebensfreude. Ohne sorgen, einfach im Moment, barfuß im Wald. Schwimmen im eiskalten Bergteich. Am Badesee in einen Schwarm fische springen, um mich für den Bruchteil einer Sekunde wie einer von ihnen zu fühlen.

Ich bin ruhiger geworden. Man könnte auch sagen abgestumpfter. Vom Bergsee zum Fenster in den Sonnenaufgang. In den Zug zum Staunen über die Schönheit der Landschaft unter einem Eisteppich. Im Wald nicht mehr das Gefühl der erde unter meinen Füßen, sondern die Musik der sonne zwischen den Blättern der Bäume. Alles dinge, die man einfach nur ansieht und dadurch genießt.

Ich vermisse das alte ich. Vermisse diese Energie. Könnt ihr euch eigentlich vorstellen, wie schön es sich anfühlt, wenn ihr nach 2 Stunden rumrennen und 5 Minuten Pause wieder die Energie habt, Saltos zu machen und Wettrennen zu Schwimmen? Als wären die 2 Stunden davor nur ein Wimpernschlag gewesen. Ich war nie besonders ausdauernd. Ich hatte einfach nur so viel Energie, dass ich aufstehen konnte, bevor ich überhaupt umgekippt bin. Wisst ihr, wie schön das Gefühl der Erschöpfung sein kann, wenn euer Leben sonst vor Energie überfließt?

Ich weiß nicht, was mich verändert hat. Miriam war es nicht alleine. Vielleicht ist es einfach nur das, was alle als reifer werden bezeichnen. Dass man ruhiger wird, besonnener. Aber ich hasse es. Alle sagen mir, wenn ich meine alten Hobbys so sehr vermisse, warum fange ich dann nicht wieder an? Und niemand würde es verstehen, wenn ich frage, mit welcher Energie? Ich habe keine Kraft mehr dazu. Wahrscheinlich ist es Angst. Angst, dass ich es wieder aufgeben muss. Ob wegen Zeit, oder was auch immer für Gründen. Ich fühle mich ausgebrannt. Wie eine Glut, die nah am Erlöschen ist. Vielleicht hab ich einfach zu hell gebrannt, und wurde zu schnell gelöscht, um noch hell leuchten zu können. Um noch für irgendwas brennen zu können. Vielleicht erfüllt mich auch einfach nichts sosehr, wie mich alles damals erfüllt hat, als meine Welt noch heile war. Wo es nur gut und kein Böse gab. Wo es hinter jeder Ecke etwas zu entdecken gab. Wo sich der Wind noch so angefühlt hat, als würden mir Flügel wachsen und er könne mich zu den schönsten Orten tragen. Vielleicht fühlt sich alles so grau an, weil es damals alles so hell war.

Wie ich dazu komme, das zu schreiben? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass sich heute alles viel weniger grau und trist anfühlt als vor 5 Jahren. Dass ich mich wieder am Anblick einer einzelnen Blume auf einer Wiese erfreuen kann, stundenlang dasitzen kann, und Musik hören und einfach nur in die Landschaft träumen. Dass ich wieder genießen kann. Es fühlt sich alles so viel lebendiger an, als die Jahre davor. Aber so viel weniger als die Jahre davor.

3 Kommentare 11.12.17 01:01, kommentieren