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The thing about Perfection

Ich habe in den letzten Wochen sehr viel über Perfektion nachgedacht. Weil ich sie lange bei mir selbst gesucht habe. Weil ich lange die perfekte Freundin gesucht habe. Ich habe mir Listen geschrieben, was für in meinen Augen zu perfekt dazugehört. Und bin im Ansatz gescheitert. Und dann, während ich mim Longboard mitten in der Wildnis stand, und es angefangen hat zu Regnen, ist mir eins klar geworden:

Und ich möchte es euch an einem kleinen Gedankenspiel verdeutlichen.
Stellt euch eine perfekte Welt vor. In der alle Sorgen der Menschheit geklärt wären. In der es keinen Klimawandel und keine Müllinseln auf den Ozeanen gäbe. Wo kein Mensch unter dem Existenzminimum leben müsst. In dem es keinen Krieg und keine Streitigkeiten gäbe. Nur Harmonie. Oder wie auch immer ihr euch eine perfekte Welt vorstellt.
Und jetzt beantwortet mir folgende Frage:

Was würdet ihr in so einer Welt auf dauer tun?

...

Mir fällt nix ein. Sicher, ich würde etwas finden. Aus der Langweile heraus getrieben irgendwas anfangen. Vieleicht Häuser bauen. Aber wenn es eine vollends Perfekte Welt ist, dann gibt es perfekte Haus doch schon. Weil ohne dieses wäre die Welt nicht perfekt. Es gibt nichts mehr zu erreichen, weil alles schon erreicht ist. Und wenn dein Tag nur aus Langweile besteht, tagein tagaus, ist die Welt dann wirklich perfekt?

In meinen Augen wird die Welt, wird das Leben erst interessant, durch die Herausforderungen, die das Leben und die Welt mir stellen. Über die Überrauschungen, die das Leben mir in den Weg wirft, wie der Regenschauer an dem Tag.

Perfektion ist in meinen Augen ein Oxymoron. Etwas perfektes ist in meinen Augen eben nicht perfekt, weil es mein Interesse nicht halten kann. Und wenn es Macken und Kanten hat, fühlt es sich plötzlich perfekt an, obwohl es nicht mehr perfekt ist. Oder gerade weil es nicht mehr perfekt ist.


Und obwohl perfekt in meinen Augen ein nicht erreichbarer Zustand ist, hat sich dieser Moment, als der Schauer angefangen hat, perfekt angefühlt.

Der Geruch des Graßes und des Regens.
Die noch warme Erde unter meinen Füßen.
Die Regentropfen auf meiner Haut.
Der Wind in meinen Haaren und auf meinen Armen.
Untermalt von wunderbarer Musik.
Und das wissen, dass in 10 Minuten die Sonne wieder durch die Wolken bricht. Die Vorfreude auf die warmen Sonnenstrahlen.

Nichts hätte an diesem Moment besser sein können.

Und ich nehme aus diesen ganzen Überlegungen eins mit:
Wenn du aufhörst, nach Perfektion zu suchen, zu suchen, was besser sein könnte, kommen die perfekten Momente zu dir.

1 Kommentar 14.6.19 11:20, kommentieren

The Story of a Life

Ungefähr vor 2 Monaten war ich mit 2 Freunden mim dem Board unterwegs, und wir hatten ein paar intersannte Gespräche.

In einem hat mich eine Freundin als diesen Typen, den es in jedem schlechten Anime gibt, der an alles, worauf er Lust hat, drankommt. (Das war nachdem ich gesagt habe, dass ich theoretisch mal Kanus besorgen könnte und man eine Kanoutour machen könnte.)

Und das hat einen Gedanken angestoßen. Was, wenn das Leben eine Geschichte erzählt. Vieleicht deine Geschichte. Vieleicht ihre Geeschichte. Vieleicht meine Geschichte.

Manchmal habe ich das gefühl, dass mein Leben wirklich eine Geschichte ist. Manche Sachen, die passieren/passiert sind, waren einfach zu convinient, um sie als Zufall abzutun. Die Tatsache, dass das Wetter immer, wenn ich eine bestimmte Person gedatet habe, genau das getan hat, was ich von ihm gerade gebraucht hab, und zwar immer genau entgegen der Wettervorhersage. Dass dieser random Mensch mich in den Arm genommen hat, als ich verzweifelt am Bahnhof saß, nachdem Sarah mit mir Schluss gemacht hat. Dass Dana wie aus dem nichts aufgetaucht ist, als ich am Strand saß, und mir der graue Sonnenuntergang gezeigt hat, dass mein Leben gerade nicht lebenswert ist. Dass sie da war, um zu verhindern, dass ich losschwimme.

Dass Lara gerade an der Tanzschule war, als ich nach einem Streit in Panik von Zuhause weggelaufen bin, und auf dem Weg in Richtung Bahngleise war.

Dass ich sowohl Jessi als auch meinen ersten Kuss kurz nach der Trennung in den Arm gelaufen bin (auch wenn letztere mich glaub ich nicht mehr erkannt hat.), was mir wieder bewusst gemacht hat, dass ich schöne Momente auch ohne Sarah haben kann.

Theoretisch kann man jeden Wendepunkt in meinem Leben in Bezug dazu setzen, wo ich im Leben jetzt stehe. Offensichtlich, denn es waren ja genau diese Entscheidungen, die mich hier hin geführt haben.
Aber an manchen Stellen erscheint es einfach zu gescripted. So dass man noch an Zufall glauben kann, wenn man diese Situationen voneinander losgelöst betrachtet. Zusammen sehe ich Muster. Sehe einen Lebensweg der mich immer davon abgehalten hat, einen Schlussstrich zu ziehen. Der mich immer auf dem Weg gehalten hat, wenn es wichtig war. Und der mich genau dann zerstört hat, wenn ich mich für neues öffnen musste, weil ich mich anders vermutlich nicht für Neues geöfnet hätte.
Und man kann damit jetzt 2 Bilder zeichnen. Das Erste, dass es einen Gott gibt, oder ich einen Schutzengel habe, der über mich wacht. Ich habe eine Zeit lang geglaubt, Dana sei ein Engel gewesen. Weil sie der gläubigste Mensch ist, den ich je getroffen habe, und sie da war, um mir Halt zu geben, als ich den Halt dringender gebraucht habe als alles andere. Aber dann stellen sich die Frage, warum hilft diese höhere Macht mir, aber so vielen anderen nicht.

Und der zweite Gedanke ist eben jener, über den ich gerade so viel nachgrübele. Was ist, wenn mein Leben eine Geschichte ist, die gerade irgendjemandem erzählt wird. Oder die Geschichte von jemand anderem, in dessen Leben ich irgendwann mal eine wichtige Rolle spiele. Und mein Leben deshalb auf die richtige Bahn gelenkt wird, weil es irgendwann noch mal wichtig sein wird. Und dieser Gedanke gibt mir Halt. Mehr noch als der, dass es meine Geschichte sei. Wenn es meine Geschichte wäre, hätte ich das Gefühl, mein Leben so gut wie möglich leben zu mussen, damit es eine gute Geschichte ist.

Wenn es die Geschichte von jemande anderem ist, dann gibt das dem Leben, dem Dasein, plötzlich einen Sinn. Und wenn ich dann merke, dass sich meine Leben auf die Abfahrt begibt, weiß ich, ich habe meine Rolle in dieser Geschichte erfüllt, und all das Leid durch das ich mich durchgekämpft habe, war nicht umsonst. Und allein das gibt mir die Kraft, nicht aufzugeben, weiterzukämpfen. Das und der Gedanke, dass da irgendwas ist, was meine Schritte lenkt, dass ich irgendwann mal meine Bestimmung in dieser Geschichte erfülle. Vieleicht habe ich das auch schon. Ganz ohne es zu bemerken. Vieleicht ist es Kats geschichte, der ich ihren ersten Kuss gestohlen hab. Vieleicht ist es Sarahs Geschichte, die ich ein Paar jahre auf ihrem Weg begleitet habe. Der ich geholfen habe, in Mathe gut zu werden. Vieleicht ist, Andis geschichte, der über mich seine Freundin kennen gelernt habe. Vieleicht ist es die Geschichte einer Person, die ich noch gar nicht kenne. Oder einer, an die ich mich gar nicht erinnere. Vieleicht ist es nur mein Tod, der zum richtigen Zeitpunkt geschehen muss, um irgendwen zu bewegen. Vieleicht lernt sich auf meiner Beerdingung ein Päärchen kennen, in dessen Geschichte ich nur bin, dass sie sich auf meiner Beerdingung eines Tages kennen lernen können.

Und mir ist bewusst, dass ich es mir leicht mache. Dass alle Ungläubigen jetzt sagen wollen, ich sei alleine für mein Verhalten und mein Leben, und den Weg, den ich gehe, verantwortlich. Selbst dafür verantwortlich, mir einen Sinn im Leben zu suchen. Nur leider hat das nicht geklappt, und jedes mal, wenn ich den Halt gebraucht hätte, stand ich alleine da. Ohne Halt. Ohne Ziel. Ohne einen Grund zu sehen, noch weiter zu kämpfen. Wozu auch, wenn alles, was meinem Leben einen Sinn gibt, ich selbst bin. Dann verschwindet doch auch der Sinn meines Lebens mit mir, wenn ich gehe. Also wozu dann überhaupt kämpfen. Ich stand 2 mal an diesem Punkt, wo ich keinen Sinn mehr gesehen habe. Und wo es mir sehr geholfen hätte, wenn mir nicht die ganze Welt eingeredet hätte, dass nur ich meinem Leben einen Sinn geben könnte. Ich will kein drittes mal an diesem Punkt stehen.
(ANMERKUNG: Das sind Gedanken, die ich schon sehr lange mit mir herumtrage. Dass ich sie jetzt teile heißt nicht, dass ich mir gerade akute Gedanken mache, dass ich mein Leben beenden will. Mir gehts gut, mein Leben ist gut gerade. Nur dass sich niemand Sorgen macht.)

Wohin ich mit dem ganzen Text will. Naja, kurz: Ich bin gespannt. Gespannt, was als nächstes passiert, und ob ich das, was als nächstes passiert, in das selbe Muster einordenen kann, wie ich es mit allem kann, was bisher passiert ist. Bin gespannt, zu erfahren, an welchem Punkt der Geschichte ich gerade bin, an welchem Punkt der Geschte ich wichtig sein werde. Oder war. Ich will mein Leben leben, in der Hoffnug, dass es eine gute Geschichte ist.

Was denkt ihr? Ist es meine Geschichte. Ist es euer Geschichte? Oder habt ihr wie ich keine Ahnung, und wollt es eigentlich gar nicht wissen, um eucht nicht die spannung wegzunehmen. Lasst gerne n Komentar dazu da ^^

1 Kommentar 12.6.19 01:35, kommentieren